Die Sache mit den falschen Wörtern

„Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen“, schrieb Mark Twain. Das war ein toller Tipp!

Falsche Wörter erkennen wir daran, dass sie überflüssig sind. Streichen wir sie, wird der Satz schöner und klarer, ohne sich inhaltlich zu verändern.

Zum Beispiel so ein Satz:

Die erforderlichen strukturellen und organisatorischen Kapazitäten des Projekts hätten bei weitem die vorhandenen Voraussetzungen überschritten.

Wenn wir da alle überflüssigen Wörter weglassen, dann sieht der Satz so aus:

Das Projekt war zu groß.

Schön, oder?

Leider wird  Schönheit oft nicht erkannt. „So kann man das doch nicht schreiben!“ entsetzt sich der Vorgesetzte, wenn er die schlanke Fassung seines Ursprungssatzes liest.

Huch?

„Also, das klingt überhaupt nicht professionell. Ich zeige Ihnen mal, wie man das macht!“, sagt der Chef und schreibt alle falschen Wörter wieder hin.

Aber während er noch den Kopf schüttelt über diese Mitarbeiter, mit denen er geschlagen ist, pocht in seinem Inneren sein gutes, warmes Herz. Da muss ich doch helfen, denkt er, und beschließt, seinen Leuten mal wieder eine Weiterbildung zu spendieren. Einen Schreibkurs.

Und was lernen seine Leute da? Richtig: Lasst die falschen Wörter weg.

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